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Malerei der Renaissance

Mit dem Untergang des römischen Reiches verschwand auch die Trompe-l’œil Malerei für rund tausend Jahre aus der europäischen Kunstgeschichte. Die strenge Religiosität des Mittelalters lehnte alles Körperhafte und Weltliche ab. Die Malerei verzichtete auf eine perspektivische und plastische Darstellung.

Mit Beginn der Renaissance (1400 n.Chr. bis 1600 n.Chr.) erwacht ein neues Selbstbewusstsein im Menschen, ein Gefühl der Eigenständigkeit und des Individuellen. Der Mensch und sein Denken rücken ins Zentrum der Weltanschauung. Gleichzeitig beginnt eine Emanzipation der Kunst und der Künstler. Die Kunst stellt sich der Religion gleichberechtigt zur Seite. Der Begriff „Renaissance“ stammt von dem Maler und „Kunstgeschichtler“ , Giorgio Vasari, der von einer „rinascita´“, also einer Wiedergeburt der Kunst spricht.

Zur Nachahmung der antiken Kunst gesellte sich im 15. Jahrhundert die intensivere Beschäftigung mit der Natur. Die Landschaftsdarstellungen sollten jedoch nicht ein genaues Abbild der Wirklichkeit darstellen, vielmehr symbolisierten sie das Grundprinzip der Schönheit. Diese Schönheit wurde als Natur definiert. Die Tendenz, Gegenstände und Personen der Natur gemäß zu gestalten, war seitdem ein Hauptanliegen der Künstler. Neben der Neubestimmung des Verhältnisses der Kunst zur Natur und der Verehrung der Antike stellte die Renaissance auch die Frage nach dem Wesen der Schönheit. Die Künstler versuchen z. B., den idealschönen Menschen darzustellen. Ideale Maße und Proportionen spielen sowohl bei der Darstellung des menschlichen Körpers in der Malerei und Skulptur als auch bei der Konzipierung von Gebäuden eine Rolle. Die Künstler entwickeln mit der Zentralperspektive eine Methode, mit mathematischer Exaktheit Verkürzungen in der Raumtiefe darzustellen.

Viele Innenräume werden nun durch Anwendung der neuen Erkenntnisse mit malerischen Mitteln bereichert, erweitert und durchbrochen. Bei der Planung der Villen wurde die geplanten Wandmalerei schon mit einbezogen. Stuck Verzierungen und Statuen in Nischen wurden als Trompe-l‘Oeil ausgeführt.

Bedeutende Vertreter der Hochrenaissance sind (Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raffael).

Leonardo da Vinci -- Das letzte Abendmahl
Leonardo da Vinci -- Das letzte Abendmahl

Geschichte

Im Barock (ca. 1600-1770) nahm die Bedeutung der Wandmalerei abermals zu, besonders in Form der Deckenmalerei. Virtuos wurden architektonische Elemente in den Himmelsraum weitergeführt und der Schwerkraft der irdischen Welt trotzende Allegorien in den imaginären Luftraum projiziert. Ein herausragendes Beispiel ist das Deckengemälde im Treppenhaus der Würzburger Residenz von Giovanni Battista Tiepolo, das für sich in Anspruch nimmt, das größte zusammenhängenden Deckenfresko der Welt zu sein und als Hauptwerk des Künstlers gilt.

Mategna-Kuppel